Welt Der Schreiblinge - Das schreib' ich mir auf die Fahne
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Swing Boogie

Kurzgeschichte: Swing Boogie

 

Ich befinde mich auf dem Weg nach hause. Ich und starrt verträumt vor mir her. Wieder einmal ist es Mittwoch, heute Abend habe ich endlich wieder eine Tanzstunde. Seit 3 Monaten tanze ich nun schon Standard/Latein, mit meinem Tanzpartner Jan. Doch nie hat James in meinem Kurs hospitiert, doch ich weiß das er heute in meinem Kurs sein wird. Mir wird klar, dass ich ihn heute nach lange Zeit wiedersehen werde. Doch wie würde er reagieren? Würde er mir ausweichen oder einfach ganz normal sein?
Die Stunden strichen nur so dahin. Sie ziehen an mir vorbei, doch in mir regen sich, je später ist wird die unterschiedlichsten Gefühle. In meinen Gedanken gefangen, springe ich auf als ich merke das ich schon längst hätte den Bus verlassen müssen. An der nächsten Haltestelle verlasse ich den Bus und beschließe den Weg nach Hause zu laufen.

Als ich zu Hause bin, gehe ich in mein Zimmer. Ich habe Hunger, doch ich weiß ich werde nicht runter kriegen. Ich durchwühle meinen ganzen Kleiderschrank, bis ich etwas finde das ich zur Tanzstunde tragen kann. Ich bin allein, also geh ich ins Bad und springe unter die Dusche.
Nach dem ich fertig bin, wickle ich mich ein Handtuch ein und föhne mir die Haare, schminke mich erneut und schlüpfe in meine Klamotten.
Ich betrete mein Zimmer und schaue auf mein Handy, nichts! Ich wähle Jans Nummer, doch ich erreiche nur die Mailbox. Ich muss mich absichern, dass wir heute wirklich zur Tanzschule gehen, als frage ich ihn ob alles dabei beleibt und bitte ihn mir Bescheid zu geben.

Nervös laufe ich auf und ab. Mein Handy piept, eine Sms von Jan: Hey Klara! Es bleibt bei heute, um 18 Uhr stehe ich vor deiner Tür.
Erleichtert atme ich durch. Mein Blick gleitet zu meinem Wecker und zeigt 15:30 Uhr an. Noch viel zu viel Zeit.
Im stillen, versuche ich mir zu überlegen wie ich ihm gegenübertreten soll. Doch ich weiß, dass dieser Plan so wieso scheitern wird also gebe ich auf.

*

Es ist 17:55 Uhr, Jan ist Pünktlich. Ich verlasse das Haus und begrüße Jan. Die letzten Stunden habe ich damit verbracht mich sinnlos durch das Fernsehprogramm zu schalten. Ich lasse das übliche BlaBla über mich ergehen. Wie geht’s dir? Wie war deine Woche? Bist du motiviert?
Mittlerweile sind meine Nerven bis zum reißen gespannt. Meine Hände sind schwitzig und meine Beine sind weich. Ich habe Angst ihm gegenüber zu treten, doch ich freue ich auch ihn wieder zusehen.
Jan erzählt eifrig von seiner Woche, hin und wieder sage ich etwas oder stelle eine Frage doch die meiste Zeit sage ich nur: ja... mhmm.!
Als wir in die Straße der Tanzschule einbiegen verfliegen meine Gedanken. Aus mir spricht nur noch mein Herz, ich funktioniere jetzt automatisch. Jan hält mir die Tür auf und ich trete ein. Mit festen schritten, die wissen wo sie hin wollen steuere ich auf den Barbereich zu. Jan nimmt neben mir platz. „Hi,“ sagt er und mein Herz macht einen Sprung. Meine Hände beginnen zu zittern.
Ich kehre zurück zu dem Gespräch zwischen Jan und mir, schließlich soll er von meinen Gefühlen die mich übermannen und drohen zu erdrücken nicht mitbekommen.
Seine Stimme reißt mich erneut aus dem Gespräch als er fragt ob wir etwas zu trinken haben wollen. Ich lehne dankend ab, die Zeit für ein Getränk ist später.

*

Im Tanzsaal, lege ich meine Tasche ab. Jan und ich stellen und schon bereit auf die Tanzfläche und überlegen was wir heute wohl alles machen werden. Schweigend stehen wir da und warten darauf das wir beginnen. Noch ist er nicht da, doch wir dürfen mich einem langsamen Walzer starten. Es läuft gut, wir harmonieren perfekt und genießen den Walzer. Mein lieblings Walzer läuft. Gotham City, eigentlich von R. Kelly. Doch dies ist die Walzer Version, ich liebe sie und vergesse alles um mich herum. Bis ich ihn erblicke. Er läuft durch die tanzenden Paare und gibt Tipps, wenn nötig. Doch dies bringt mich nicht raus. Er kommt auf uns zu, bleibt bei einem anderen Paar stehen. Er sieht zu uns, wir sehen uns an und er sagt: „Sehr schön.“

Der Rest der ersten Hälfte verläuft positiv. Wir sehen uns an, doch bleiben auf Abstand. Hilfe oder Tipps brauchen Jan und ich nicht. Als es runter geht, zur Pause bin ich nervös. Vielleicht ist ja ein kurzes Gespräch drin.
Er gibt bereits die Getränke aus, erblickt mich als ich mit Jan platz nehme. „Ein Classic Wasser mit Strohalm so wie beim letzten mal,“ fragt er und lächelt? Mein Herz beginnt wie wild zu klopfen, ich kann nicht glauben das er sich dies gemerkt hat. „Ja,“ antworte ich, meine Stimme zittert vor Aufregung. „Welche Farbe hättest du gerne,“ fragt er und sieht mich an. Ich bin unentschlossen antworte ohne groß darüber nachzudenken. „Such du eine Farbe aus.“
Er reicht mir die Flasche mit einem gelben Strohalm. Alles schreit in mir, ich würde so gerne den gelben Strohalm mit nehmen. Behalten und nie wieder hergeben, aber das geht nicht!
Ich bezahle mein Wasser mit klein Geld, ich habe es bestimmt 5 mal nachgezählt. Es stimmt, ich reiche es ihm und er zählt nach. Ich sage zu ihm: „Blamier mich bloß nicht, tu einfach so als würde es stimmen.“ Er muss lachen, stimmt mir zu und sagt das es stimmt. Zufrieden atme ich aus.
Bei Jan sieht der, nennen wir es mal Zahlungsvorgang anders aus. Er hat kein Kleingeld. Zahlt mit einem 10 € Schein. Jan berechnet schon wie viel er zurück bekommt. „Anscheinend gibt es heute für dich Trinkgeld,“ sage ich zu ihm. Er lacht und sucht das Rückgeld zusammen. Als er das Geld in seinen Händen hält, gibt er Jan lediglich ein 2 € Stück und sagt: „Der Rest ist für mich,“ gleichzeitig deutet er an das Geld wegpacken zu wollen. Wir drei lachen!

Der Rest der Pause verläuft ohne ein weiteres Wort. Was zwar schade ist, jedoch muss ich das erst mal verarbeiten. Es beflügelt mich, er trägt mich damit in eine völlig anderen Welt.
Ich versuch mich auf das Gespräch mit Jan zu konzentrieren.

*

Wieder im Tanzsaal geht es weiter mit einem Tango, dieser läuft nicht gut. Auch mit dem mir so vertrauten Disco Fox habe ich meine Probleme. Alles nur wegen gerade!
Als wir zum Swing Boogie kommen wird es etwas besser, jedoch bekomme ich die Rausdrehung nicht hin. Jan und ich versuchen eine Lösung zu finden, doch vergeblich. Als wir es erneut versuchen steht James hinter mir und sagt: „Du machst den letzten Grundschritt zu schnell.“ Ich nicke, mein übliches Problem. Bei diesem Tanz jedoch nicht mein einziges. „Okay das kriege ich hin, aber wir geht das mit dem raus drehen? Ich bekomme das nicht hin,“ ich blicke ihm fest in die Augen und verliere mich. Jede Handlung von mir läuft ohne meinen Verstand. Keine Ahnung was mich führt wenn es nicht mein Herz ist das für mich Handelt!
„Darf ich,“ fragt er? Doch bevor ich irgendwie reagieren kann hält er mich in Tanzhaltung und beginnt zu tanzen. Ich lasse mich leiten, es gibt nur noch ihn und mich! Alles andere verliert an Bedeutung, ich gebe mich ihm hin. Er kann mich führen wohin er will. Als er mich rausdreht, geht alles gut. Ich werde aus seiner Trance gerießen.

Erstaunt löse ich meine Hand aus seiner, sehe ihn an und mir wird klar, dass ich nicht weiß was ich anders gemacht habe als zuvor. „Funktioniert doch. Mach ihr das noch mal,“ sagt er und geht einen Schritt zu Seite. Jan und ich gehen in Tanzhaltung und beginnen, es funktioniert. Wir versuchen es noch einmal, jedoch komme ich nicht weit. Ich stoße mit James zusammen, beinahe! Ich trete ihm auf dem Fuß. Erschrocken sehe ich ihn an: „Oh nein! Das wollte ich nicht, sorry,“ entschuldige ich mich. „Macht nichts,“ sagt er und lacht. „Okay, dass war nämlich geplant und volle Absicht,“ gebe ich lachend zurück. Wir zwei lachen. „okay, dann mach mal weiter, wenn ihr Probleme habt komme ich noch einmal,“ sagt er und geht davon. Ich sehe im nach, er läuft fast zwei Paare rein, kann aber gerade noch ausweichen. So nah, so lange habe ich ihn noch nie gespürt.
Völlig verwirrt, versuche ich mich durch den Rest der Stunde zu boxen. Klares denke ist jetzt absolut nicht mehr möglich!

*

Ich verlasse die Tanzschule. Ich möchte vor Freude jubeln und gleichzeitig weinen weil ich ihn nicht zurück lassen will. Nur ungern trenne ich mich von ihm. Schon gar nicht, da ich nicht weiß wann wir uns wiedersehen werden. Diese Ungewissheit zerreißt mir das Herz...

 

©WeltDerSchreiblinge

21.2.14 20:26
 


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